Klemmbacke für Levidor Slimline Glasschiebetüren
Die Klemmbacke ist die Verbindung zwischen Glas und Laufwerk. Die Backe greift von beiden Seiten um die Oberkante des Türblatts, wird dort verschraubt und hängt am Laufwagen. Zwei Klemmbacken tragen zusammen das gesamte Gewicht der Tür, ohne dass dafür eine einzige Bohrung im Glas nötig wäre – das Blatt wird geklemmt, nicht durchbohrt.
Genau darin liegt der praktische Vorteil dieser Bauweise: Weil das Glas nicht angebohrt ist, lässt sich eine Klemmbacke auch nachträglich tauschen. Zwischen Metall und Glas liegen dabei immer Kunststoff- oder Gummieinlagen, die den Druck verteilen. Als Einzelteil ist die Klemmbacke der richtige Kauf bei Beschädigung, bei verlorenen Einlagen oder wenn eine Anlage erweitert wird.
Klemmen statt bohren
Bei vielen Beschlagsystemen hängt das Türblatt an Punkthaltern, für die Löcher ins Glas gebohrt werden müssen. Das Klemmprinzip kommt ohne aus: Zwei Backen umfassen die Glaskante von beiden Seiten und werden gegeneinander verschraubt, die Reibung hält die Tür. Für dich hat das drei Folgen.
Erstens ist die Position der Klemmbacke nicht durch eine Bohrung festgelegt, sie lässt sich beim Einbau seitlich verschieben. Zweitens kann eine beschädigte Backe ausgetauscht werden, ohne dass das Glas ein Problem bekommt. Drittens hängt die Tragfähigkeit an den Zwischenlagen und am richtigen Anzugsmoment – fehlen die Einlagen oder werden die Schrauben überdreht, entsteht punktuelle Spannung an der Glaskante, und die ist bei vorgespanntem Glas die häufigste Ursache für einen späteren Spontanbruch.
Wie das Levidor Slimline System aufgebaut ist
Eine Glasschiebetür besteht aus mehr Teilen, als man von außen sieht. Oben trägt die Laufschiene das ganze Gewicht, in ihr laufen zwei Laufwagen, an denen das Türblatt über Klemmbacken hängt. Unten hält eine Bodenführung das Blatt in der Spur, an den Enden begrenzen Endanschläge den Weg, und die Stirnabdeckungen verschließen die offenen Schienenenden. Wer SoftClose bestellt hat, findet zusätzlich Dämpfer in der Schiene und Mitnehmer an den Laufwagen.
| Bauteil | Funktion | Anzahl je Tür |
|---|---|---|
| Laufwagen | trägt das Türblatt und rollt in der Schiene | 2 |
| Klemmbacke | hält das Glas am Laufwagen | 2 |
| Bodenführung | hält die Tür unten in der Spur | 1 |
| Endanschlag | begrenzt den Laufweg in der Schiene | 2 |
| Stirnabdeckungen Standard | verschließt die Schienenenden bei 15 mm Wandabstand | 1 Set |
| Stirnabdeckungen breit | verschließt die Schienenenden bei 25 mm Wandabstand | 1 Set |
| Unterfütterungsprofil | vergrößert den Wandabstand von 15 auf 25 mm | 1 |
| SoftClose-Kit | bremst und zieht die Tür in die Endlage | 1 Set |
| SoftClose-Mitnehmer | koppelt den Laufwagen an den Dämpfer | 2 |
Ersatzteil oder Nachrüstung?
Es gibt zwei Gründe, ein einzelnes Systemteil zu bestellen. Der eine ist Verschleiß oder Beschädigung: Ein Rollenlager läuft nach Jahren nicht mehr rund, eine Abdeckung ist beim Umzug abgebrochen, eine Bodenführung wurde beim Bodenwechsel zerstört. In diesen Fällen tauschst du gezielt das defekte Teil und lässt den Rest der Anlage stehen.
Der andere Grund ist Nachrüsten. SoftClose, ein größerer Wandabstand oder ein zusätzlicher Endanschlag lassen sich auch später ergänzen, solange das Grundsystem passt. Das ist deutlich günstiger, als eine komplette Anlage zu tauschen, und in den meisten Fällen an einem Nachmittag erledigt. Beides funktioniert allerdings nur, wenn die Teile zur vorhandenen Schiene gehören – deshalb lohnt sich vorab ein prüfender Blick.
Montage und Anzugsmoment
Die Klemmbacke wird über die Glaskante geschoben, ausgerichtet und dann gleichmäßig verschraubt. Gleichmäßig heißt: abwechselnd beide Schrauben in kleinen Schritten anziehen, nicht erst die eine ganz und dann die andere. Sonst verkantet die Backe und drückt einseitig auf das Glas.
Die Zwischenlagen aus Kunststoff oder Gummi gehören zwingend dazwischen und dürfen nicht plattgequetscht werden – sie sollen elastisch bleiben und den Druck verteilen. Angezogen wird handfest, bis die Backe sicher sitzt und sich das Blatt nicht mehr von Hand verschieben lässt. Mehr Kraft bringt keine bessere Verbindung, sondern nur Spannung im Glas. Nach ein paar Wochen Betrieb lohnt sich eine Kontrolle, ob beide Schrauben noch fest sitzen.
Wartung: was eine Schiebetür braucht und was nicht
Ein Slimline-Laufwerk ist wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Zweimal im Jahr lohnt sich ein kurzer Durchgang: Schiene aussaugen oder mit einem trockenen Tuch auswischen, damit sich in der Nut kein Staub-Fett-Gemisch sammelt, und den Sitz der Klemmbacken prüfen. Beide Schrauben sollten fest sitzen, aber nicht überdreht sein.
Wichtig ist, was nicht in die Schiene gehört: Öl, Fett und Kriechöl. Diese Mittel binden Staub, verharzen mit der Zeit und machen den Lauf genau dann schwer, wenn man das Gegenteil erreichen wollte. Die Rollen der Laufwagen sind gekapselt und brauchen keine Schmierung. Läuft die Tür schwer, liegt es fast immer an Schmutz in der Nut, an einem verstellten Laufwagen oder an einer Bodenführung, die nicht mehr sauber sitzt – nicht an fehlendem Schmierstoff.
Wird die Tür lauter oder rumpelt sie beim Laufen, ist meist ein Rollenlager am Ende. Das lässt sich am einfachsten prüfen, indem du das Blatt aushängst und den Laufwagen von Hand in der Schiene bewegst. Fühlt er sich rau an oder hakt er, ist ein Austausch fällig.
Kompatibilität prüfen, bevor du bestellst
Alle hier angebotenen Bauteile gehören zum Levidor Slimline System, wie es seit Mai 2019 ausgeliefert wird. Bei Schienen anderer Hersteller stimmen Profilquerschnitt, Nutbreite und Bohrbilder in aller Regel nicht überein – Laufwagen und Dämpfer lassen sich dann schlicht nicht einschieben.
Am schnellsten kommst du zur Gewissheit, wenn du die Stirnabdeckung an einem Schienenende abnimmst und den Profilquerschnitt fotografierst. Zusammen mit der Angabe, ob die Tür mit 15 oder 25 mm Wandabstand läuft und ob SoftClose verbaut ist, lässt sich daraus fast immer eindeutig bestimmen, welches Teil passt. Wenn du noch die Rechnung oder Artikelnummer der ursprünglichen Anlage hast, geht es noch schneller.
Was sich am Glas noch ändern lässt – und was nicht
Alle Teile, die in der Schiene oder am Boden sitzen, lassen sich jederzeit tauschen. Beim Türblatt selbst ist die Lage anders: Einscheibensicherheitsglas ist vorgespannt, jede nachträgliche Bohrung lässt die Scheibe in tausende Krümel zerfallen. Bohrungen für Griffe, Schlösser und Klemmbacken müssen deshalb bereits vorhanden sein.
Praktisch heißt das: Laufwerk, Dämpfer, Anschläge, Abdeckungen und Wandabstand kannst du auch Jahre später noch ändern. Grifftyp und Schloss dagegen nur im Rahmen der Bohrungen, die im Blatt sitzen. Wer plant, später einmal aufzurüsten, sollte die Bohrungen beim Kauf der Tür gleich mitbestellen.
Lieferung und Zahlung
Der Versand erfolgt als Paket innerhalb Deutschlands. Bezahlen kannst du per PayPal, Kreditkarte, Sofortüberweisung, Vorkasse oder Rechnung. Bei Fragen zur Auswahl hilft unser Team weiter – am besten mit Fotos der vorhandenen Schiene und der Angabe, welches System verbaut ist.
Häufige Fragen
Für welche Glasstärken passt die Klemmbacke?
Für 8 und 10 mm starkes Glas. Die Anpassung erfolgt über die mitgelieferten Zwischenlagen, die den unterschiedlichen Spalt ausgleichen.
Braucht das Glas eine Bohrung?
Nein, und das ist der Vorteil des Klemmprinzips. Die Backe umfasst die Glaskante von beiden Seiten, gehalten wird über Reibung und Anpressdruck.
Wie fest darf ich anziehen?
Handfest und gleichmäßig, mehr nicht. Überdrehte Schrauben erzeugen Spannungsspitzen im Glas, die Wochen später zum Bruch führen können. Die Zwischenlagen müssen elastisch bleiben.
Passt das Teil zu meinem Schiebetürsystem?
Alle Komponenten sind auf das Levidor Slimline System abgestimmt, wie es seit Mai 2019 geliefert wird. Bei Systemen anderer Hersteller stimmen Profilmaße und Bohrbilder in der Regel nicht überein. Ein Foto des Schienenquerschnitts genügt uns meist für eine verlässliche Auskunft.
Kann ich einzelne Teile nachrüsten oder tauschen?
Ja, das ist der Sinn dieser Ersatzteile. Laufwagen, Bodenführung, Anschläge, Abdeckungen und die SoftClose-Komponenten lassen sich einzeln beschaffen und wechseln, ohne die komplette Anlage zu ersetzen.
Brauche ich Spezialwerkzeug?
In aller Regel nicht. Ein Inbusschlüsselsatz, ein Schraubendreher und eine Wasserwaage reichen für die meisten Arbeiten. Nur beim Aushängen des Türblatts solltest du zu zweit sein, weil das Glas je nach Größe 16 bis 45 kg wiegt.
Wie hänge ich das Türblatt aus?
Zuerst den Endanschlag lösen, dann die Tür bis zum Schienenende schieben und die Klemmbacken vom Laufwagen trennen. Das Blatt wird dabei von einer zweiten Person gehalten. Vorher unbedingt eine weiche Unterlage bereitlegen, auf der die Scheibe abgestellt werden kann.
Bekomme ich eine Montageanleitung?
Den Teilen liegt die jeweilige Anleitung bei. Wenn zu einem konkreten Schritt etwas unklar ist, meld dich gern – in den meisten Fällen lässt sich das mit einem Foto der Situation schnell klären.
Lässt sich am Türblatt nachträglich bohren?
Nein. Einscheibensicherheitsglas ist vorgespannt und zerfällt bei jedem Bohrversuch. Bohrungen für Griffe, Schlösser und Beschläge müssen vor der Fertigung des Glases feststehen.











