Glasschiebetür-Schloss mit Gegenkasten an Glas, Edelstahl ähnlich
Bei einer zweiflügeligen Anlage gibt es keine Wand, gegen die der Riegel schließen könnte – die beiden Türblätter treffen sich in der Mitte des Durchgangs. Deshalb sitzt der Gegenkasten hier nicht in der Wand, sondern auf dem zweiten Glasflügel. Der Riegel fährt von einem Türblatt ins andere und verbindet beide Flügel miteinander.
Das setzt voraus, dass im zweiten Türblatt eine passende Bohrung vorhanden ist. Diese Bohrung wird im Werk gesetzt, bevor das Glas vorgespannt wird, und lässt sich nachträglich nicht ergänzen. Wer eine zweiflügelige Anlage abschließbar haben will, muss das also bei der Bestellung der Türen mit angeben. Das Schloss ist für einen handelsüblichen Profilzylinder vorbereitet, der Zylinder selbst wird separat gewählt.
Wie zwei Glasflügel miteinander verriegelt werden
Der Schlosskasten sitzt an der Schließkante des einen Flügels, der Gegenkasten an der Schließkante des anderen. Beide werden durch Bohrungen im jeweiligen Türblatt verschraubt, jeweils mit Zwischenlagen zwischen Metall und Glas. Steht die Anlage geschlossen, liegen die beiden Kästen aneinander und der Riegel kann übergreifen.
Der Unterschied zur Wandmontage ist praktisch relevant: Der Gegenkasten hält hier nicht an einem festen Bauteil, sondern an einem beweglichen Türblatt. Verriegelt wird also nicht die Tür gegen das Gebäude, sondern Flügel gegen Flügel. Beide Blätter lassen sich anschließend nicht mehr gegeneinander verschieben – für Privatsphäre reicht das vollständig aus, ein Sicherheitsbeschlag ist es nicht.
Gegenkasten an Wand oder an Glas – die entscheidende Frage
Ein Schloss allein schließt nichts ab. Es braucht ein Gegenstück, in das der Riegel einfährt, und dieses Gegenstück muss dort sitzen, wo die geschlossene Tür endet. Genau daran entscheidet sich, welche der beiden Bauformen du brauchst.
Gegenkasten an Wand ist die Lösung für einflügelige Anlagen. Die Tür läuft vor der Wandöffnung und schließt gegen die angrenzende Wand oder Laibung, dort wird der Gegenkasten aufgeschraubt. Voraussetzung ist ein tragfähiger Untergrund – massives Mauerwerk oder Beton. Bei einer Rigipswand mit Hohlraum dahinter braucht es eine Unterkonstruktion, sonst reißt der Kasten beim ersten kräftigen Ziehen aus.
Gegenkasten an Glas ist die Lösung für zweiflügelige Anlagen. Dort treffen sich zwei Türblätter in der Mitte, und der Gegenkasten wird auf dem zweiten Flügel montiert. Er wird also nicht in eine Wand geschraubt, sondern durch eine Bohrung im Glas befestigt – diese Bohrung muss im zweiten Türblatt bereits vorhanden sein und lässt sich nachträglich nicht setzen.
Der Profilzylinder gehört nicht zum Lieferumfang
Das Schloss ist für einen handelsüblichen Profilzylinder vorbereitet, geliefert wird es ohne. Das klingt zunächst nach einem fehlenden Teil, ist aber der praktischere Weg: So kannst du genau den Zylinder einsetzen, der zu deiner Situation passt.
In vielen Haushalten und in fast jedem Gewerbeobjekt existiert bereits eine Schließanlage. Ein gleichschließender Zylinder sorgt dafür, dass die Schiebetür sich mit demselben Schlüssel öffnen lässt wie die übrigen Türen – bei einem mitgelieferten Zylinder wäre das ausgeschlossen. Wer keine Anlage hat, kauft im Baumarkt oder beim Schlüsseldienst einen Standardzylinder in passender Länge und ist fertig.
Die benötigte Zylinderlänge hängt von der Glasstärke und vom Aufbau des Schlosskastens ab. Wenn du unsicher bist, miss nach dem Einbau des Schlosskastens von außen nach innen und nimm die nächstgrößere Standardlänge.
Was ein Schloss mit der Durchgangsbreite macht
Ein Punkt, der bei der Planung gern übersehen wird: Bei Schlossausführungen kann sich die nutzbare Durchgangsbreite um etwa 120 mm verringern. Der Grund liegt in der Bauweise. Der Schlosskasten sitzt an der Schließkante des Türblatts und braucht Platz, und der Gegenkasten steht an der Wand beziehungsweise am zweiten Flügel ebenfalls vor.
Bei einer Tür mit 900 mm Blattbreite bleibt davon spürbar etwas übrig. Wer eine bestimmte Mindestdurchgangsbreite braucht – etwa für einen Rollstuhl, einen Wäschekorb oder das Sofa beim Umzug –, sollte das vor der Bestellung einrechnen und gegebenenfalls das nächstgrößere Türblatt wählen. Bei einer Tür, die ohnehin nur für Personen gedacht ist, fällt der Unterschied im Alltag kaum auf.
Edelstahl-Optik im Raum
Die gebürstete Edelstahl-Oberfläche ist die unauffälligere der beiden Farbvarianten. Die Oberfläche nimmt das Licht auf, ohne zu spiegeln, und fügt sich in fast jede Einrichtung ein. Zu Küchengeräten, Armaturen, Türdrückern und Fensterbeschlägen aus Edelstahl passt sie ohne Bruch, und zu den hellen Systemfarben des Slimline – Aluminium eloxiert und Edelstahl ähnlich – bildet sie eine durchgehende Linie.
Praktisch spricht ebenfalls einiges dafür: Auf gebürstetem Edelstahl fallen Fingerabdrücke deutlich weniger auf als auf glänzenden oder dunklen Oberflächen. Bei einer Tür, die täglich mehrfach angefasst wird, ist das ein Unterschied, den man nach ein paar Wochen bemerkt. Wer einen härteren Kontrast zum Glas möchte, findet dieselbe Form auch in Anthrazit schwarz.
Montage und Ausrichtung
Der Schlosskasten wird durch die vorhandenen Bohrungen im Türblatt verschraubt. Diese Bohrungen werden im Werk gesetzt, bevor das Glas vorgespannt wird – in fertiges Einscheibensicherheitsglas lässt sich nachträglich nichts mehr bohren. Wenn du ein Schloss nachrüsten willst, muss dein Türblatt also bereits mit Schlossbohrung bestellt worden sein. In der Türkonfiguration heißt diese Option „Profilzylinder vorbereitet“.
Das Schloss selbst ist links und rechts verwendbar, du legst die Richtung bei der Montage fest. Zwischen Metall und Glas gehören die beiliegenden Zwischenlagen, und die Schrauben werden gleichmäßig und nur handfest angezogen. Beim Ausrichten des Gegenkastens lohnt sich Sorgfalt: Läuft der Riegel schief ein, klemmt er mit der Zeit und arbeitet sich in die Führung.
Alle vier Schlossvarianten im Überblick
Das Schloss gibt es in zwei Bauformen und jeweils zwei Oberflächen. Die Bauform richtet sich danach, ob die Tür gegen eine Wand oder gegen einen zweiten Glasflügel schließt.
| Gegenkasten | Einsatz | Oberfläche | Preis | |
|---|---|---|---|---|
| an Wand | einflügelige Anlage vor massiver Wand | Edelstahl ähnlich | 229,90 € | ansehen |
| an Wand | einflügelige Anlage vor massiver Wand | Anthrazit schwarz | 259,90 € | ansehen |
| an Glas | zweiflügelige Anlage, Gegenkasten am zweiten Flügel | Edelstahl ähnlich | 349,90 € | ansehen |
| an Glas | zweiflügelige Anlage, Gegenkasten am zweiten Flügel | Anthrazit schwarz | 379,90 € | ansehen |
Wird die Tür nur zugezogen und nicht abgeschlossen, reicht ein Stangengriff oder eine Griffmuschel. Alle weiteren Systemteile findest du im Zubehör für Glasschiebetüren.
Pflege und Betrieb
Ein feuchtes Tuch genügt für die sichtbaren Flächen, bei Bedarf mit etwas Spülmittel. Scheuermittel und säurehaltige Reiniger greifen beschichtete Oberflächen an und hinterlassen matte Stellen. Der Zylinder selbst bekommt bei Schwergängigkeit ein Schloss-Spray auf Graphit- oder Teflonbasis – Öl und Fett sind dafür ungeeignet, weil sie Staub binden und den Mechanismus mit der Zeit verkleben.
Lieferumfang und Versand
Geliefert wird der Schlosskasten inklusive Gegenkasten in der gewählten Ausführung sowie das Verschraubungsmaterial. Nicht enthalten sind der Profilzylinder, das Türblatt und die Laufschiene. Der Versand erfolgt als Paket innerhalb Deutschlands, bezahlen kannst du per PayPal, Kreditkarte, Sofortüberweisung, Vorkasse oder Rechnung.
Häufige Fragen
Funktioniert diese Variante auch an einer einflügeligen Tür?
Nein. Der Gegenkasten braucht ein zweites Glasblatt zur Befestigung. Bei einflügeligen Anlagen nimmst du die Ausführung mit Gegenkasten an Wand.
Muss die Bohrung im zweiten Flügel vorher bestellt werden?
Ja, zwingend. Einscheibensicherheitsglas lässt sich nach dem Vorspannen nicht mehr bohren. Ohne vorhandene Bohrung im zweiten Türblatt ist der Gegenkasten nicht montierbar.
Warum kostet die Glas-Variante mehr?
Der Gegenkasten für Glasmontage ist aufwendiger gebaut. Er wird durch die Scheibe geklemmt, braucht Zwischenlagen und beidseitige Bauteile statt einer einfachen Wandbefestigung.
Ist ein Schlüssel dabei?
Nein, weil der Profilzylinder nicht zum Lieferumfang gehört. Schlüssel bekommst du mit dem Zylinder, den du separat wählst – das ist die Voraussetzung dafür, die Tür in eine bestehende Schließanlage einbinden zu können.
Kann ich das Schloss an meiner vorhandenen Tür nachrüsten?
Nur wenn das Türblatt bereits die passende Schlossbohrung hat. In Einscheibensicherheitsglas lässt sich nachträglich nicht bohren, die Scheibe würde zerfallen. Beim Bestellen einer neuen Tür wählst du dafür die Option „Profilzylinder vorbereitet“.
Lässt sich die Tür von beiden Seiten abschließen?
Das hängt vom gewählten Zylinder ab. Ein doppelseitiger Profilzylinder erlaubt das Schließen von beiden Seiten, eine Ausführung mit Knauf auf einer Seite wird oft für Bäder gewählt.
Welche Zylinderlänge brauche ich?
Das ergibt sich aus Glasstärke und Schlosskasten. Miss nach dem Einbau des Kastens von außen nach innen und nimm die nächstgrößere Standardlänge. Ein zu langer Zylinder steht vor, ein zu kurzer lässt sich nicht bedienen.
Ist das Schloss einbruchhemmend?
Nein. Es ist eine Innentürverriegelung für Privatsphäre und Zugangsbeschränkung, kein Sicherheitsbeschlag. Eine Glasschiebetür läuft offen vor der Wand und bietet konstruktiv keinen Einbruchschutz.
Passt das Schloss zu Systemen anderer Hersteller?
Die Komponenten sind auf das Levidor Slimline System abgestimmt. Bei Fremdsystemen stimmen Maße und Bohrbilder in der Regel nicht überein – schick uns im Zweifel Fotos und Maße, dann prüfen wir das vorab.
Brauche ich zusätzlich einen Griff?
Der Schlosskasten hat eine Griffmulde, mit der sich die Tür bewegen lässt. Wer mehr Komfort möchte, kombiniert das Schloss auf der Gegenseite mit einem Griff – das setzt eine entsprechende zusätzliche Bohrung im Türblatt voraus.
















